Kirchen

Die Kathedrale von Porto.

Kirchen der Welt - Porto PortugalInmitten der historischen Altstadt der nordportugiesischen Stadt Porto, der Ribeira, die 1996 von der UNESCO zum Weltkulturerbe ernannt wurde, liegt neben dem Bischofspalast die Kathedrale von Porto, Kathedrale Sè do Porto, mit ihren zwei herausragenden Türmen. Sie zählt zu den ältesten und interessantesten Sehenswürdigkeiten der Stadt und ist die Hauptkirche von Porto. Die Kathedrale ist das bedeutendste portugiesische Bauwerk im romanischen Stil. Durch die Lage auf dem Granitfelsen Pena Ventos leicht erhöht, scheint sie das Stadtbild zu dominieren. Die Kathedrale von Porto wurde im 12. Jahrhundert unter Bischof Hugo als Wehrkirche im romanischen Stil errichtet. Die Fassade ähnelt von außen eher einer romanischen Burganlage als einer Kirche. Zahlreiche Umbauten haben an diesem Erscheinungsbild nichts geändert.
Die beiden Türme werden jeweils zwei Pfeilern flankiert und von Kuppeln, die im Laufe der Zeit mehrfach umgestaltet wurden, gekrönt. Aus der Anfangszeit des Baus, der im 13. Jahrhundert beendet wurde, sind heute noch die Doppelturmfassade, das alte Langhaus und die farbigen Rosettenfenster in ihrer ursprünglichen Form zu sehen. Von der zweiten Bauphase im 14. Jahrhundert zeugt ein Kreuzgang im gotischen Stil. Die Fassade wurde während des Barock und Rokoko zum jeweiligen Stil passend tiefgreifend verändert. Der dritte große Umbau erfolgte im 17. Jahrhundert, in der der Chor erneuert und verschiedene kleinere Änderungen an den Außenwänden vorgenommen wurden. Die drei Weihwasserbecken aus rotem Marmor stammen ebenfalls aus dieser Zeit. Einhundert Jahre später wurde der Chor mit Wandmalereien dekoriert und ein Altaraufsatz und Chorgestühl aufgestellt. Ebenfalls im 18. Jahrhundert wurde von dem italienischen Architekten Nasoni an der Nordfassade eine Loggia angebaut.

Innen ist die Kathedrale bis auf einige Räumlichkeiten eher schlicht gehalten. Eine Besonderheit ist das relativ enge romanische Kirchenschiff, das von einem Tonnengewölbe überdacht wird. Das Steindach wird durch Strebebögen gehalten, die Kathedrale von Porto war das erste Gebäude in Portugal, bei dem diese Strebebögen eingesetzt wurden.

Zu den schönsten und sehenswertesten Räumen im Inneren der Kathedrale zählt zweifellos der Kreuzgang im gotischen Stil. Die Wände wurden im 18. Jahrhundert mit den in Portugal sehr häufig verwendeten blau-weißen Kachelbildern, den sogenannten Azulejos, verziert, einem Mosaik aus quadratischen, farbigen und glasierten Keramikfliesen, die mit den Mauren über Spanien nach Europa gekommen waren. Die Bilder stellen die Geschichte der Jungfrau Maria und die Metamorphosen des Ovid dar.

Kirchen der WeltEin weiterer Anziehungspunkt ist die Capela Saò Vicente, die sich an den Kreuzgang anschließt und die mit vergoldeten Wandkacheln prunkvoll ausgestattet wurde. In der Sakramentskapelle sind ausgesprochen prächtige Altäre zu sehen, an deren silbernen und goldenen Verzierungen fast einhundert Jahre lang gearbeitet wurde. Der vergoldete Hauptaltar im Chor sowie der silberne Altar im linken Querschiff wurden ebenfalls von dem Italiener Nasoni gestaltet.
Eine geschichtliche Erwähnung findet die Kathedrale von Porto im Jahre 1387, als sie Schauplatz der Hochzeit des zehnten Königs von Portugal, Johann I., war, der aus Staatsgründen eine Ehe mit Prinzessin Philippa von Lancaster einging. Im sogenannten Orangenkrieg 1801 wurde während der Schlacht von Amarante die Kathedrale kurzzeitig von spanischen Soldaten besetzt, die jedoch kurze Zeit später von der Bevölkerung überwältigt werden konnten. Eine Marmorplatte hinter dem Altar erinnert an die bei diesem Ereignis getöteten Bürger.

Übrigens

HongkewDie Kathedrale, die von dem fest verwurzelten Glauben der katholischen Portugiesen zeugt, gehört zu den schönsten touristischen Zielen des Landes. Für eine Besichtigung dieses sowohl geschichtlich als auch künstlerisch interessanten Bauwerkes sollte man genügend Zeit einplanen. Während der Urlaubszeit ist die Kirche täglich für Besucher geöffnet.